Pop-Down von JOS3PH in Innsbruck.

Nach 2 intensiven Jahren verlassen wir mit JOS3PH den Loft im Zentrum von Innsbruck. Ein persönlicher Rück- und Ausblick auf die Vision eines Ortes für offene Innovation.

Als wir 2014 den Mietvertrag unterschrieben, wussten wir nicht genau, wohin uns dieses Projekt tragen wird. Es war auf jeden Fall kühn, doch die Vorstellung eines neutralen Ortes, an dem sich innovative Köpfe zum Gedankenaustausch und Entwickeln von neuen Projekten treffen, lockte uns in die Tat – ohne lange über die bevorstehenden Herausforderungen nachzudenken. Wir waren überzeugt.

Rückblickend überrascht uns die eigene Euphorie, mit der wir in das Projekt gesprungen waren und im Winter 2014-15 begannen, die leeren 220m2 mit Leben zu füllen. Gemeinsam mit Ausstattungspartnern wie BENE, planlicht, Schilling, Schärf und Zebisch (Danke!), konnten wir Schritt für Schritt einen Ort formen, der neues Denken und Arbeiten unterstütze. Der grandiose Weitblick auf die Berge Tirols tat sein Übriges.

Mit einem bunten, exklusiven Eventprogramm, trafen sich so abseits der Öffentlichkeit viele kreative und innovative Köpfe im JOS3PH und oft dauerten die Gespräche über die Zukunft unserer Wirtschaft und Gesellschaft bis spät in die Nacht – und hinterließen einen Berg an Ideen, neuen Kontakten und Potentialen für neue Unternehmungen.


Und was hatten wir davon?

Ohne etwas zu beschönigen: Es war das herausforderndste Projekt, in das wir uns je gewagt hatten und oft haben wir uns gewünscht, es niemals gestartet zu haben. Die Premium Lage und Aussicht hatte ihren Preis und kombiniert mit dem Ziel der politisch unabhängigen Finanzierung war das eine hohe Latte. Dennoch, so hart es manchmal war, bleibt das Resümee eindeutig: Es war wohl auch das wichtigste Projekt, das wir je gestartet haben. Es wirkte wie ein Katalysator, der mit Nachdruck die Weiterentwicklung von SCHUMBETA von einer jährlichen Konferenz, zu einer eigenständigen Organisation mit Clubstruktur vorantrieb. JOS3PH katapultierte uns aus der Komfortzone – hinein in eine nachhaltige Entwicklung.

Und nun? Wir haben den Loft unaufgeregt mit Ende November verlassen – für Viele überraschend schnell. So sind wir. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern im Leaders Club haben wir den Entschluss getroffen, die Immobilie aufzugeben. Nicht, weil es keinen Ort braucht, sondern weil es andere Konzepte für Orte gibt, deren Kostenstruktur für unsere junge Organisation tragfähiger sind. Und: So sehr wir die Aussicht lieben, so fühlten wir uns doch oft wie im Elfenbeinturm mit fehlendem (Sicht)Kontakt zur Gesellschaft.

Fällt es uns schwer zu gehen? Nein. Denn im Moment des Loslassens, öffnet sich Raum für Neues – und in Sachen Phantasie hatten wir noch nie Probleme. So denken wir schon jetzt in die Zukunft und basteln an „JOS3PH reloaded“.


Die Zukunft hat bereits begonnen

Man sagt, das einzig Beständige heute sei die Veränderung. Entsprechend wird sich JOS3PH zu einem Pop-up Konzept wandeln. Wir wollen in die Kooperation mit Immobilienbesitzern, Kommunen und Unternehmen gehen und als Zwischennutzungsprojekt, Orte beleben und Impulse für die Praxis der Zukunft bringen. JOS3PH wird zum temporären Innovation Lab mit Auftrag. Wo auch immer es Sinn macht.

Parallel dazu sehen wir 2017 noch einen anderen Ort am Horizont auftauchen: Den SCHUMBETA Space. Mit der wachsenden Anzahl an Mitgliedern an den Hauptstandorten Tirol und Wien wächst die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit für ein Basislager zum gemeinsamen Arbeiten, Nachdenken und Feiern. Ein multifunktionaler Ort – Café, Bar und Workshop Räumlichkeit zugleich.

Was und wie genau 2017 dann wirklich kommt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. In vielen Gesprächen und einem gemeinsamen Workshop mit den Clubmitgliedern, werden wir die beiden Perspektiven schärfen. Regelmäßige Updates zu den Entwicklungen gibt es auf der Facebook Seite von JOS3PH.

Und die wichtigste Erkenntnis aus den 2 Jahren wollen wir nicht aus den Augen verlieren: Kooperationen ausbauen und intensiveren und nicht mehr in der isolierten Sphäre vor sich hinarbeiten, sondern den intensiven, kritischen Austausch über Ideen suchen und mit Partnern, die gleiche Ziele und Werte vertreten, in die Manifestation gehen. Alles andere hat keine Chance auf Nachhaltigkeit – und darum muss es uns gehen, in einer Zeit der schöpferischen Erneuerung.

Wir danken allen Partnern, MitstreiterInnen und Gästen für ihre Unterstützung und die gemeinsame, bereichernde Zeit im JOS3PH Innsbruck!

Attacke.

Ein- und Ausblicke in unser Schaffen.